Alaska ist für uns Nordamerika “beginner” eine Umstellung, da viele “km” bzw. Meilen abgespult werden müssen, um zu einem Highlight auf der Landkarte, das sich dann nach zwei bis drei Stunden Fahrt als Häusersiedlung mit 20-30 Einwohnern herausstellt, zu gelangen. So hat man halt mehr Zeit während des Fahrens auf andere Dinge zu achten…

wie zB. auf die unterschiedlichen Kennzeichen…

…die Straßenschilder, die auch schon Mal in der Jagdzeit das eine oder andere Schussloch abbekommen haben…

….oder Elche, die wir wie diesen hier auch schon einige Male zu Gesicht bekommen haben… dieser war der erste mit Geweih, denn die männlichen verlieren diese im Frühjahr und sie wachsen von April bis Ende August wieder in Rekordtempo nach…

Landschaftliche fallen, neben der tollen Berglandschaft, die riesigen Wälder auf. Hier ist die Boreale Waldregion zu finden, welche sich über die nördlichsten Zonen Russlands, Alaskas und Nordkanada zieht und einen wichtigen CO2 Speicher ausmacht…

Mancherorts und besonders auf der Kenai Halbinsel (also im Süden Alaskas) sieht man km-lange Strecken, an denen vor allem die Fichten abgestorben sind. Dies dürfte mit der wärmeren Witterung zu tun haben, bei der sich der Fichten-Borkenkäfer rasant vermehren konnte und vielen tausende ha Fichten zerstört… die Folgewirkung der abgestorbenen Fichten sind oft Waldbrände ungeahnten Ausmaßes…

Übrig bleiben dann Mondlandschaften wie diese hier…

Valdez bietet schöne Ausgangspunkte um per Schiff die Gletscher- und Tierwelt zu entdecken… so buchen wir einen 6 stündige Ausflugsfahrt über die Küstenlandschaft Prinz William Sound zum Columbia Gletscher. Einer der leider am schnellsten schmelzende Gezeitengletscher…

Dass die Seeotter hier wieder so schwimmen können ist nicht selbstverständlich, denn 1989 kam es einige Meilen weiter draußen zum folgenreichen Tankerunglück der Exxon Valdez. Dabei wurde das Schiff (der alkoholisierte Kaptain legte sich schlafen) auf eine Route gesetzt um Eisbergen auszuweichen aber scheinbar vergessen die Route wieder zu ändern, somit lief das Schiff auf ein Riff… Wären damals die Hilfsschiffe einsatzfähig gewesen, wäre aufgrund der ruhigen See vier Tage Zeit gewesen um das austretende Öl zu bergen. Leider wurde diese Zeit nicht genützt und ein Sturm verbreitete ab dem fünften Tag 40.000 l Öl auf eine Küste von 2500 km Länge. Angeblich findet man jetzt noch Öl wenn man 30 cm gräbt…

Dennoch dürfte sich die Natur erholen und wir sehen Strände mit Seelöwen und im Wasser tauchen Seehunde und auch ein Buckewal zeigt sich kurz…

Die Schiffskapitänin erklärt uns die Ausmaße des Columbia Gletschers und dessen Rückgang… die Temperaturen nehmen schlagartig ab, je näher man zum Gletscher kommt…

Auf dem Weg sieht man immer wieder diese Pflanze, genannt “fireweed”, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch in verschiedensten Rezepten verkocht wird und worauf die Bewohner sehr stolz sind.

Weiter geht es in Richtung Kenai Halbinsel, wo wir zunächst Seward und danach Homer ansteuern. Auf den Weg nach Homer besuchen wir einen Tiergarten, der kranke Tiere gesund gepflegt bzw. das Sealife Center in Homer…

In Homer unserem letzten Ziel vor der Abreise sieht man Bilder vom Ortskern samt Altstadt.

Worauf wir allerdings schon zwei Wochen gespannt hin fieberten war ein Flug zu den Brook Falls in den Katmai Nationalpark. Highlight und Frechheit zugleich, wenn man sich die Kosten überlegt, aber “what shells”, sprach der Frosch und schon war das Abenteuer online noch von Vancouver aus gebucht… hoffentlich wird es auch zum Fliegen gehen…

Und dieser Flug machte sich für alle jene bezahlt, die gerne mal einen typisch alaskisch abenteuerlichen Wind- und Regenflug machen wollten. In 90 Minuten bekam man da so zirka alles geliefert, was man hoffentlich beim Heimflug nicht nochmal erleben muss… und beim Heimflug kams schlimmer, aber unser netter Pilot hat ja in seiner Flugmaschine aus dem Jahr 1969 (55 Jahre alte Kiste!!!!) auch für jeden ein Plastiksackerl, falls der Magen wie bei Laura und mir mal wieder nicht so mitfliegen will… Pfoah, schön wars, nachdem wir wieder gelandet waren…

Die 20 Dollar Trinkgeld war mir der sichere Heimflug auf alle Fälle wert… aber jetzt zum eigentlichen Thema: wir freuten uns schon riesig auf die Bären

Den ersten Schwarzbären sahen wir im oben beschriebenen Tierpark. Da seine Mutter von Hunden gerissen wurde, musste sich der kleine Bär alleine durchschlagen und begann die Nähe der Menschen zu suchen und vor allem deren Müll zu durchstöbern… Aus Sicherheitsgründen verbringt er daher seine Zeit im Tierpark und begeistert hier die Zuseher:

https://youtu.be/rKyTfGvXZUc

Nach einer Einschulungen, wie man sich den Bären gegenüber verhalten soll, wie wichtig es sei, dass die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung möglichst nicht gestört werden… Gesagt getan nach der Ankunft ging es nach kurzer Einschulung ca. 20 Minuten zu den berühmten Wasserfällen – brook falls – und dort waren sie dann.

Und Lachse sei dank, wurden sie auch immer mehr, bis zu 10 Stück gleichzeitig versuchten ihren Winterspeck durch geschicktes Fischen zu vermehren… Bekannt sind ja die Bilder von den springenden Lachsen, die über den Wasserfall direkt in das Maul des Bären springen…

Der Bär unten lässt sich nur die Fische vor dem Bauch treiben, übrigens sind die Bären bei den Fällen alle männlich – nur nicht zu viel bewegen!!! Hier ein Video Link dazu: https://youtu.be/mpdyZBPSraI

Wer sie live sehen will kann dies auch per webcam tun unter https://explore.org/livecams/brown-bears/brown-bear-salmon-cam-brooks-falls

Neben den Bären sind aber die Lachse die eigentlichen Protagonisten des Geschehens, schließlich entscheiden sie sich zu ihrem Geburtsort zurückzukehren, dort zu laichen um danach meist völlig erschöpft (weil sie sobald sie in den Fluss zurück schwimmen nichts mehr essen, verändern sogar Kiefer und Aussehen) zu sterben. Die Lachse sind in Alaska DIE entscheidende Lebensgrundlage für Tier, Mensch und Natur und sogar die gestorbenen Lachse sind für das Überleben als Futterquelle der jungen Lachse bzw. als Dünger für die Pflanzen von immenser Bedeutung… dennoch glaube ich: wenn Frau Lachs wüsste, dass Kinderkriegen derart tödlich ist, würde sie sich wohl eher für ein Singledasein entscheiden…

Nach Homer geht es nach über 2500 Kilometer zurück nach Anchorage. Unsere Tour durch Alaska von 1. bis 14. Juli 2024:

Weiter geht es am Sonntag 14.7. zurück nach Vancouver, von wo wir es mit dem Wohnmobil nach Whistler geht…

admin Allgemein

3 Replies

  1. Hallo meine Lieben! Danke für den Geschichtsunterricht und für die naturgetreu Schilderung eurer Reise! Noch vielleicht Vergnügen und Kurt ” fliegen will gelernt sein”

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