Auf einem Zwischenstopp Richtung Galizien treffen wir auf, was ist das eigentlich – eine Gruppe “Wolleseln”? Bei der Hitze ist ja so ein warmer Pullover reichlich übertrieben, denken wir uns – wie kann man sich doch irren…

Wir besuchen am 16.7. das Städtchen Vigo im Westen Galiziens. Erstmals seit Wochen tauchen am Himmel – wasn dasn da? – Wolken auf, tatsächlich Wolken!
Die Sonne lässt sich zwar noch einmal einfangen, aber nur um dann für die nächsten 9 Tage unterzutauchen. Wenn ihr durch Spanien reist, dann ist die Strecke Katalunien bis Extremadura mit einer Spanischlehrerin sehr empfehlenswert. Allerdings wenn dann Galizien auftaucht, sollte man einen Plan B haben (besser man fährt ab Andalusien ohne Spanischlehrerin weiter), denn ohne Sonne wird es plötzlich sehr ungemütlich. Ständig gibt es Beschwerden wie kalt, kein Badewetter, es ist doch Sommer …
Was also tun? Naja, dass was uns alle hier geraten haben. Im Norden gibt es die beste Küche Spaniens!
Also rein ins kulinarische Vergnügen.
Pulpo (Krake) ist hier DIE Spezialität, zuerst wird er gekocht, dann mit einer Schere zerschnipselt und mit heißem Wasser danach wieder erwärmt.
zugegeben, sieht nicht einladend aus…
aber zubereitet mit Öl, Salz u. Paprika schmeckt es uns sehr gut
überall gibt es Meeresfrüchte…
Im Baskenland sind pinchos (pintxos auf baskisch) eine Spezialität. Pinchos sind kleine Mahlzeiten wie tapas, die an der Bar ausgesucht werden. Die Zahnstocher (pinchos), die in den Mahlzeiten stecken, werden zum Schluss abgerechnet. Die verschiedenen pinchos sind sehr variantenreich, oft mit Fisch, Tortilla oder Gemüse und schmecken wirklich sehr gut!
Neben dem besten Essen gibt es im Norden auch die schönsten Strände – nur ohne Sonne…
aber schön sind sie
Geplant war eine Badetag, daraus wurde dann eine Inselwanderung…
mit frechen Möwen
wenn schon nicht schwimmen, dann wenigstens springen – Pumuckl und
Hexe Lily

Apropos Hexe, genauso unschuldig wie Hexen wurden im Laufe der Geschichte viele Christen zu Märtyrern. Daraufhin folgte sehr oft eine Selig- und Heiligsprechung und mit den Knochen der dahin Geschiedenen wurde ordentlich Geld verdient um zB. eine kleine Kapelle zu einer Kathedrale zu vergrößern. Das Berufsbild Märtyrer (hat ja mit Martyrium zu tun) ist nicht mit dem eines Popstars zu vergleichen, die wirtschaftliche Verwertung dieser armen GesellInnen aber sehr wohl und hat auch 2000 Jahre danach nicht nachgelassen. Der Businessplan im Falle von Santiago de Compostela könnte so zusammengefasst werden:

Jakobus als Jünger Jesu machte sich nach Jesus Auferstehung auf den Weg auf die iberische Halbinsel. Leider war sein Missionierungsversuch wenig erfolgreich, so kehrte er nach Jerusalem zurück, wo er von König Herodes hingerichtet wurde. Achthundert Jahrs später taucht plötzlich ein heidnisches Grab auf, das vom Bischof zum Grab des heiligen Jakob erklärt wird. Seine Knochen sind seitdem in der Kirche Santiago de Compostela in einem Schrein aufbewahrt und haben viele Wunder bewirkt. Der Jakobsweg, als der drittgrößte christliche Pilgerweg (neben Jerusalem und Rom) ist nicht nur wirtschaftlicher Segen über viele Jahrhunderte für die ansässigen Unterkünfte und kirchlichen Einrichtungen, sondern für viele Inspiration und ein probater Weg zur Selbstfindung. Sich auf den Weg machen, der Jakobsweg beginnt zu Hause…

Die Jakobsmuschel leitet einem (auf dem klassischen Weg – es gibt ja mehrere Routen) von Frankreich durch das nördliche Spanien in Richtung Santiago. Spätestens ab dem 12. Jahrhundert bringen die PilgerInnen aus Santiago eine Jakobsmuschel nach Hause als ‚Beweis‘ für die bestandene Pilgerreise. Später wird sie auf der Pilgerkleidung, am Hut, am Mantel oder am Rosenkranz angebracht. Sie weist einem als PilgerIn auf dem Jakobusweg aus und somit ist die Jakobsmuschel auch zu einem ‚Schutzzeichen‘ geworden.
Also wir sind jetzt 7600 km gefahren und die letzten 2 km gehen wir jetzt zu Fuß – im Gegensatz zu vielen PilgerInnen verbrennen wir aber unsere Kleidung nicht.
Angekommen bei der Kathedrale trifft man auf hunderte Pilger. Alle sind froh am Ziel angelangt zu sein. In der Stadt herrscht eine angenehm positive Stimmung.
Galizien wie der restliche Norden ist auch für seine Hexen berühmt.
Wir verlassen die schöne Kathedrale von Santiago und besuchen am 21.7. die Kathedrale am Strand. Ein gewaltiges Naturschauspiel, das nur bei Ebbe besucht werden kann – Playa de los Catedrales.
Muscheln, die auf die Flut warten.
ohne Worte
Ein ebenfalls imposanter Strand, allerdings mit keinen Besuchern, war der Playa Gueirua.
Kornkammern
Schon um einiges touristischer ist Cudillero.
Für immer – Siempre
Schon jetzt werden für die große Weihnachtslotterie-Ziehung Lose verkauft.
Weiter geht es zu unserem Stellplatz, zweimal müssen wir nachfragen, ob diese Straße wirklich durch diese Höhle führt.
Die Straße endet bei einer Finca, bei der wir gratis stehen dürfen. Man kann dafür die seltenen und vom Aussterben bedrohte Schweinerasse “Gonchus” besuchen, die hier gezüchtet werden.
Beim Abendessen trinken wir den hier üblichen Most – Sidre. Damit er aber gut schmeckt muss er so eingeschenkt werden, damit viel Sauerstoff zum Sidre kommt. Die Hälfte wird zwar verschüttet, aber die andere Hälfte hat nun ihren Sauerstoff. Beim Abendessen erzählt man uns, dass man hier in Asturien oft sagt, dass der Sommer heuer auf einen Montag und Dienstag gefallen ist und er sich das nächste Mal erst wieder im August blicken lässt =).
Haushund – Mischung aus Eisbär und ?

admin Allgemein

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