“Das war bestimmt der schönste Stellplatz!”, meinte wieder einmal David. Von 25.6-28.6.21 nächtigen wir in 2550 m Höhe in der Sierra Nevada. In Granada beobachte ich noch zwei sehr auffällige Mercedes Maybach mit Funkantennen und mit technischem Equipment im Innern des Autos. Da daneben gleich ein Hotel stand, will ich die Kinder gleich in die geheime Welt der Spionage einführen: “Seht mal, die sehen aus, als wären sie Agenten!”. 1 Stunde später erreichen wir nach einer 30 km Auffahrt unseren Parkplatz in der Sierra Nevada. “Papa, da sind aber überall Spione!” “Ja und scheinbar werden sie von Mercedes, VW/Seat, BMW,… usw. beschäftigt. =).

Die Straße auf die Sierra Nevada ist die längste Bergstraße Europas und bei Autoproduzenten (für Testfahrten), bei Rennradfahrern und natürlich Motorradfahrern gleichermaßen beliebt.

Aber zu einem Stellplatz gehören auch zwei besonders liebe Nachbarn…
von denen wir Knüpfen und
Malen lernen können. Wie hier Laura und David mit Rahel und Sylvi aus der Schweiz.
Zu einem guten Bergausflug gehört auch ein gewisses Kurzzeitgedächtnis, wenn man einmal oben ist, ist ja die Welt wieder in Ordnung (obwohl man weiß, dass man jetzt erst die Hälfte der Strecke hinter sich hat). Daher beginnt der Bericht mit Tag 3, wo wir den Mulhacén, den höchsten Berg am Festland mit 3482 m erreichten, in Form eines Rückblicks.
Vergessen ist die Anstrengung….
wenn man oben eine zutrauliche iberische Steinbock-Dame….
füttern darf!
die letzten 400 Höhenmeter sind nämlich nur zu Fuß zu erreichen…
…und was soll da schön sein? Ist ja nur ein Steinhaufen!
Die eigentliche Hürde ist aber der Anstieg mit dem Fahrrad davor. Die letzte 6 km führen durch sehr steiniges Gelände aber Laura und David sind ja Kummer gewohnt =) und sie werden auch die gesamte Strecke am Seil etwas mitgezogen.
Motivation gibt es aber auf der Strecke, denn ein Straßenbergrennen führt am Sonntag auch über unsere 12 km lange Strecke am Asphalt bergauf und Zuschauer als auch Rennfahrer feuern die Kinder an mit: “Venga campeona! Muy bien campéon! Ánimo! Vámonos pa’ arriba! Madre mia, que fuerte!!!”.
Aber natürlich darf man diese tolle Straße dann wieder bergab fahren und das entschädigt etwas für die Strapazen.
Viele Touristen kommen ja per Bus und wandern die Skipisten wie hier zur “Vírgen de la Nieve”, wo auch 1996 die Ski WM stattfand. Jene, wo wir nur 4 Medaillen holten und Patrick Ortlieb in der Abfahrt das einzige Gold holte.
Am Tag davor gab es einen Gipfelsieg am Veleta dem zweithöchsten Berg (3396 m) des Festlandes. Den kann man mit dem Fahrrad erreichen. Und er führt über dieselbe Straße rauf bis zum Gipfel. Viele Spanier fahren sogar mit dem Rennrad die letzten sehr sehr holprigen Kilometer mit dem Rennrad.
Sabine wollte ja eigentlich noch rüber zum Mulhacén, aber nach einer Familien-Kampf-Abstimmung, die 3:1 dagegen ausging und aufgrund von Papas massiven Hungerastes war da nichts mehr zu machen. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass sie uns das am nächsten Tag dann wird büßen lassen =)
Am Samstag, also unserem ersten Fahrradtag, werden die Kinder fleißig angefeuert und sie fahren die gesamte Strecke ohne Seil.
“Bleamerl” gibts hier ebenso wie Geier, die über die Berge ziehen
Du Mama im nachhinein, wars ja gar nicht so schlecht. Die versprochenen Churros con Chocolate waren eine gute Entschädigung und wann bekommen wir nun unser Matchboxauto und wann fahren wir jetzt auf einen Campingplatz, damit wir wieder einmal einen Film schauen dürfen… Ohne Verhandlung geht halt nix!!!
Rückblickend wirkt immer alles leicht und es war tatsächlich…
sehr schön in der Sierra Nevada. Weiter geht es Richtung Alpujarras!
admin Allgemein

One Comment

  1. Extra-Kilos, wie viele ÖsterreicherInnen im Lockdown zugelegt haben, werdet ihr sicher nicht nach Hause bringen. Tolle Erinnerung – über 3000m mit dem Bike!
    LG Ernst

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