Wir verlassen die Salinen in Marsala und die sogenannte Salzstraße und fahren weiter im Süden Richtung Osten.

Im Süden wechseln sich abschnittsweise die unterschiedlich angebauten Früchte und Gemüseplantagen ab. So passieren wir im Süden Olivenhaine, Weingärten, kilometerlange Gemüse-Gewächshäuser, Zitronen- und Orangenplantagen.
Anfang Oktober auf der Suche nach dem Campingplatz kommen wir zu folgendem Strand, der Campingplatz ist aber leider schon geschlossen. Es ist sehr windig und zum Baden zu kalt…
Was solls, Sandspielen kann man so auch…
So fahren wir weiter und besuchen …
die “Steinernen Stiegen”, Scala dei Turchi. Eine natürliche Steinformation entlang der Küste.
Man erzählt sich, es sollen hier einst arabische und türkische Seefahrer bei Sturm Schutz gesucht haben, daher der zweite Teil des Namens.
Standplatz gleich oberhalb der “Stiege”
Sachunterricht am Mit 7.10., Exkursion nach Agrigento (Agrigent). Wir beginnen mit der Altstadt und probieren gleich zu Beginn das typisch sizilianische Essen. Ein sehr liebenswürdiger Wirt erklärt uns die Besonderheiten und tischt uns typische Fischpasta auf.
Agrigent liegt oberhalb dem Tal der Tempel, unser eigentliches Ziel an diesem Tag, dennoch wollen wir die Altstadt besuchen…
Agrigent hat zweifelsohne manche Sehenswürdigkeiten, wie hier ein Kloster…
…oder die Kathedrale, aber irgendwie “verlieren” sich diese Bauwerke unter den ebenfalls vom Verfall bedrohten Häusern.
Rühmliche Ausnahme, die Straße der Künstler
So besuchen wir am Nachmittag das “Tal der Tempel”. Tal deshalb, weil die später entstandene Altstadt auf die Tempelstadt hinabblickt. Die Tempelstadt selbst steht auf einem Hügel, also archäologisch nennt man ihn “Hügel der Tempel”… Der Philosoph Empedokles aus dem damaligen Akragas schrieb zu dieser Zeit, dass die Menschen von Akragas den “Luxus genossen, als ob sie morgen sterben müssten, aber Bauten errichteten, als ob sie ewig leben würden.” Er sollte recht behalten…
Hier findet man die von den Griechen im 5 Jhdt vor Chr. erbaute Tempelstadt, die sich bald zur zweit wichtigsten Stadt von ganz Griechenland entwickelte.
Neben nachkonstruierten Maschinen, die zeigen wie die Säulenanlagen erbaut wurden, steht hier auch der…
Concordiatempel, einer der am besten erhaltenen Tempel der griechischen Antike. Im Vordergrund mit einer Statue des Ikarus. Sowohl die Kathager als auch viel später die Römer eroberten die Tempelanlagen und zertörten dieselbe.
Lange war dieser Ort dem Verfall preisgegeben, erst im 18. Jhdt wurden durch Italienreisende wie zB. Johann Wolfgang von Goethe solche Plätze samt griechischer Geschichte plötzlich “in” und daher reagierte auch der Tourismus und beschloss, die Anlage zu restaurieren.
Nach Agrigent fahren wir weiter und durchqueren lange Strecken von Gewächsplantagen, die Europa mit Gemüse beliefern. Hier wird “unser” italienisches Gemüse wie Tomaten, Zucchini, Paprika in einer “Plastikzeltstadt” angebaut. Die Hälfte des Inseleinkommens macht noch immer die Landwirtschaft aus. Es arbeiten allerdings nur 11 % mehr in der Landwirtschaft. Viele davon arbeiten ohne Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung. Als Geflüchtete schlafen sie in aufgelassenen Zeltbaracken. Schutz vor Pestiziden etc. gibt es nicht…
Nur selten sieht man moderne Anlagen wie hier, meist sind es nur 1 m hohe Plastikanlagen wie oben zu sehen.
etwas bedrückt und mit dem Gefühl, “pfah gehts uns guat und so vielen anderen einfach schlecht”, erreichen wir unseren Campingplatz, der wider Erwarten ein Perle sowohl vom Platz als auch vom Strand her ist.
Direkter Zugang zum Meer mit schönen blühenden Stellplätzen
Hier gibt es sogar Bananenbäume.
Schau mal, die Wellen, meint unser “little” Surfer!
Eldorado für Wellnreiter hier.
Also ab in die Wellen…
Etwas Schwung holen, schon an der Starttechnik erkennt man, ob man ein Profi ist oder nicht.
Mit “Ho Ruck, ho ruck” über die Wellen! Siehst Du auch was ich sehe, feeeeeesthalten!”
Wir haben schon fast 10 Meter geschafft und sind erst 3 x gekentert.
Wenn Du ma mal die richtige Welle erwischt, dann geht die Post ab, brum brum!
Freunde aus der Schweiz, endlich mal jemand, den man halbwegs versteht.
Sandschneemann
Nach 5 Tagen am Strand, weil es wohl die letzten Badetage sind, fahren wir weiter und besuchen Syrakus (ital. Siracusa). In der Antike zählte sie zu einer der mächtigsten und schönsten Städte Griechenlands. Auf unserem Besuch in der Altstadt “Ortygia” konnten wir uns davon überzeugen.
Über eine Brücke kommt man in die “verkehrsberuhigte” Altstadt.
Apollontempel bzw. das, was noch davon übrig ist.
Domplatz
Dom von Syrakus
Mit Audioguide besuchen wir den Dom. Die Sizilianer verehren Mutter “Maria” schon seit Jahrhunderten. So trat auch 1953 in einem Haushalt in Syrakus ein Wunder einer weinenden Marien Statue auf, bei der eine kranke Frau geheilt wurde. Die Statue weinte 4 Tage und sogar die Polizei hat Tränen entnommen und diese auf Echtheit überprüft. Ebenso wird hier über die Heilige Lucia von Syrakus berichtet samt einiger Reiliquien von ihr. Ihr Ableben ist leider auch in der Kategorie “qualvoll” einzuordnen.
Ein weiterer wichtger Bewohner war der Mathematiker, Physiker und Ingenieur “Archimedes”, dessen Werke bis in die Neuzeit Gültigkeit haben. “Heureka!” – ich habs, soll er gemeint haben, als er beim Baden – der Legende nach – das archimedische Prinzip entdeckt hat. Als geistiger Vater des Hebelgesetzes gehen auf ihn Wurfschleudern, Flaschenzüge, Schrauben, Hebeschrauben uvm zurück.
Im Bild natürlicher Brunnen.
Festung im östlichsten Teil von Syrakus.
Insgesamt eine wirklich schöne und bezaubernde Stadt, die einen Besuch wert ist.
Wir verlassen den Stellplatz in der Nähe von Syrakus, dessen liebenswürdiger Besitzer nur per Google-Translator mit uns spricht und fahren weiter zum Parkplatz auf 2000 m am Fuße des Ätna, der über der Stadt Catania liegt. Catania, obwohl ziemlich weit vom Vulkan entfernt, wurde schon mehrmals vom Vulkan bzw. dessen Lava-Rinnsal verschüttet. Auf den Weg dorthin, erfahren wir über die Hörbücher der Kinder allerlei Wissenswertes über Vulkane. Der Satz, dass “niemand sagen kann, wann denn genau jetzt so ein Vulkan nun ausbrechen kann – im Grunde jederzeit”, trägt nicht unbedingt zu einem ruhigeren Einschlafgefühl bei. Dass wir aber letztlich in der Nacht kaum ein Auge zumachen, liegt aber schließlich am starken Wind, der das Wohnmobil ordentlich wackeln läßt.
Dafür konnten wir schon recht früh am Vormittag mit der Gondel den Berg rauf fahren.
Vom Parkplatz aus sieht man zwar überall schwarzes Gestein, den Vulkan aber sieht man erst, wenn man per Gondel hoch fährt und dann entweder weiter wandert oder so wie wir
mit dem Bus noch weiter rauf fährt. Der Bus bringt uns zu jenem erloschenen Krater, der 2002 das letzte Mal ausgebrochen ist. Gleich dahinter sind zurzeit vier Krater aktiv, aus denen auch ständig Gase austreten. So pubst und rülpst der Vulkan also vor sich hin und viele Wanderer gehen auch mit einem Bergführer bis zum Rand eines dieser rauchenden Schlunde.
Sieht aus wie Wolken, sind aber austretende Gase.
Mit 3300 m ist der Ätna der höchste Vulkan Europas und daher auch in Sizilien mit Schnee bedeckt. Sogar Schilifte findet man hier. Einige Tage im Jahr kann man hier im Süden tatsächlich Schifahren. Die Lifte wurden aber 2002 beim letzten Ausbruch und mit den Gewalten der austretenden Lava, die einen Ausflug 8 km ins Tal machte, zertstört. Ebenso wie sich die ihr in den Weg stellenden Häuser, Hotels und Herbergen. Mittlerweile wurde aber wieder alles aufgebaut.
Huschi kalt auf 3000 m vor allem windig, natürlich mussten wir Maske verwenden.
18 Jahre ist die Lava alt und über 200 m dick. Sehr langsam nur kühlt sie aus. Berührt man
den Boden, kann man noch die Wärme spüren, denn es dauert bis zu 25 Jahre bis sie auskühlt.
Fred Feuerstein und seine Kumpanninen auf dem Ätna, 20 Minuten später war bereits der Himmel bewölkt.
Am Weg mit den Wohnmobil ins Tal sehen wir sogar ein verschüttetes Haus.
Lavagestein, das noch weit unterhalb unseres Parkplatzes zu finden ist.
Flagge von Sizilien, mit griechischen Symbolen aus dem 12. Jhdt. Insgesamt, war Sizilien ein Erlebnis, weil es auf lebendige Art und Weise zeigt, wie gegensätzlich das Land doch ist. Hier findet man viele Plätze, die kulturell schon viele tausend Jahre alt sind und sehr oft findet man sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, die in ziemlicher Armut leben!
Unsere Route durch Sizilien, Palermo bis Marsala war sehr schön. Sehr arm fast heruntergekommen der Süden von Marsala bis Punta Braccetto. Der Osten ist uns wieder sehr “westlich” vorgekommen mit zum Teil wirklich schönen Plätzen!
admin Allgemein

3 Replies

  1. Dein Reisebericht ist wirklich sehr informativ und besser als jede Geschichtsstunde ,die ich je hatte.Noch viele informative Ausflüge wünsch ich euch allen.

  2. Tante grazie für die tollen Berichte!
    Ich war vor etwa 25 Jahren dort ())
    Und kann nur allem beipflichten, der Straßenvrrkehr war da a schon so, es ist aber immer wieder ein Erlebnis wie sie (meist) alles sicher managen….
    Die Künstlertreppe hat es damals noch nicht gegeben, meines Wissens. Vielen Dank für das Miterleben lassen!!
    Take care und weiterhin viel Spaß!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.