Die Italiener machen gerne auf Sardinien Urlaub. Laut einem Reiseblog finden vielen Einheimische Sizilien schon fast afrikanisch. Wem wundert es, liegt es ja fast schon auf der Höhe von Tunis.

Wir erreichen hier die Innestadt und können schon ein paar Poserfotos machen, zuvor allerdings mussten wir feststellen, dass alles was wir bisher unter Auto-/Straßenverkehr kannten, hier keine Gültigkeit hat. Verdächtig scheinen einerseits die verbeulten Autos und auf dem Weg zu unserem Stellplatz müssen wir schnell erkennen, dass jede unserer Routen, plötzlich von einer Straßensperre blockiert wird. Nachdem wir 5 engste Gassen durchfahren sind, natürlich unter anfeuernden Hupgeräuschen, weil Sabine aussteigen musste und die 5 mm links und rechts sowie oben richtig einzuweisen. In den kurzen fahrbaren Passagen wurden wir von allen Seiten gleichzeitig überholt, auch die Gegenrichtung sorgt nicht für Anlass, diese nicht zu benutzen. Egal ob zu Fuß, Fahrrad, Moped, Rennrad…. Nachdem uns wieder eine Straßensperre blockierte, fuhren wir auf einen Campingplatz außerhalb und nahmen den Zug in die Innenstadt!
So endlich hier zum Posen angekommen!
So ihr drei die Straßensperren haben einen Grund, heute am Sa. 3.10. ist nämlich Prolog…
des Giros, 3500 km durch Italien und beim heutigen Zeitfahren mit 15,1 km Länge ist das Ziel in Palermo… jetzt ist alles klar und wir dachten schon, die fahren aber alle seltsam (was sie aber tatsächlich tun!)
Sizilien wurde von vielen Völkern durch die zentrale Mittelmeerlage als Eroberungsziel auserkoren. Daher findet man hier viele Bauwerke, die von der damaligen Zeit samt ihren Eroberern wie Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Byzanthiner, Araber bis hin zu den Normannen aus dem 11. Jahrhundert, Bericht erstatten.
Renaissanceflügel des Normannenpalast
Durch diese Kuppel läuft auch die Zeitfahrstrecke…
Österreichs Topfavorit aus dem Borateam Patrick Konrad wird von uns frenetisch angefeuert, obwohl er erst ziemlich spät an die Reihe kam, so wurde jeder seiner 5 Kollegen, wie hier Patrick Gamper (auch AUT und zufälligerweise passt der Vorname auch) von uns mit “Patrick, Patrick” angefeuert!
Knapp 15 Minuten brauchen die Radprofis für 15 km, dh. mit 60 km/h donnern sie bei starken Windboen durch die Stadt!
Auch Hermann Pernsteiner aus der Bucklicken Welt (Kirchschlag) ist am Start, zwar kein Zeitfahrer, aber schon am 3. Tag fährt er gemeinsam mit Patrick Konrad mit allen Stars auf den Etna auf den 15. Platz.
Kathedrale von Palermo
Obst wird überall angeboten
schöne Plätze entlang der Strecke
Dazwischen die Radartisten, die auch in den Kurven möglichst wenig Zeit verlieren wollen.
Das Teatro Massimo, das berühmte Opernhaus (Schluss-Szene aus Der Pate III), das nach einer „provisorischen Schließung“ 1974 auf Grund baulicher Mängel wegen korrupter, mafioser Baupolitik über 20 Jahre lang geschlossen war und erst 1997 als Symbol für seine „politische und kulturelle Wiederauferstehung“ – gegen die Mafia und zu seinem 100 Jahr Jubiläum, wiedereröffnet wurde.
Vor dem Teatro eine Versammlung mit afrikanischen Musikern, bei der über die prekäre Lage vieler Afrikanischer Einwohner vor Europas Grenzen berichtet wird.
Doch wir müssen zum Zug zurück, der wie sich herausstellt, aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen nicht mehr geht. Na dann mit dem Bus, zweimal umsteigen und dazwischen 40 Minuten warten, danach 20 Minuten mit einem vollgasbekennendem Busfahrer, der jedes Schlagloch glatt als Ansporn versteht, noch mehr aufs Gaspedal denn auf die Bremse zu steigen… aber schließlich erreichen wir wieder unseren Campingplatz und …
fahren nächsten Tag weiter westwärts…
und dürfen hier traumhafte Küstenlandschaften entdecken
Was uns schon in Sardinien aufgefallen ist, hier aber noch mehr, dass die Menschen hier extrem herzlich, auskunftsbereit und freundlich sind… egal ob bei Busauskünften, Campingplätzen, Geschäften – überall wird versucht einem weiter zu helfen.
Nur beim Wellenreiten hilft uns keiner, Frechheit aber auch.
Einmal hat uns aber eine Welle, die wir gut erwischten richtig bis zum Strand getragen oder besser gesagt gespült =)
Kirche von San Vito la Capo
na geh!
am 6.10. war es zu bewölkt zum Baden, daher besuchten wir das Weingut Fina in der Nähe von Marsala um Wein zu kaufen
Danach besuchten wir die Salinen von Marsala
In einem 10 minütigen Film (sogar in deutsch) wird gezeigt, wie hier Salz in fast gleicher Weise, wie schon vor tausenden Jahren bei den Phöniziern aus dem Meerwasser gewonnen wird.
Hochwertiges Speisesalz, das reich an Spurenelementen wie Magnesium ist. Muss allerdings noch über den Winter, mit Ziegel abgedeckt, getrocknet werden, bevor es in den Verkauf gelangt.

Wenn man an Sizilien denkt, dann vielleicht auch an die Cosa Nostra, also die sizilianische Mafia. Deren Geschichte ist ja mit dem Rohstoff Zitrone bzw. dem Rohstoff Schwefel, der später vermehrt für Schwefelsäure verwendet wurde, verbunden. Bis Anfang des 20. Jhdt. deckte Sizilien fast alleine die weltweite Nachfrage nach Schwefel ab. Durch den plötzlichen Reichtum der Minenbesitzer, traten aber auch erste Bruderschaften, die Schutzgelder forderten, in Erscheinung. Daraus entwickelten sich die Mafia, durch deren kriminiellen Machenschaften nicht nur viele ihr Leben ließen, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes nachweislich gebremst wurde. Zwar wurde die Mafia in den 90iger Jahren durch Staatsanwalt Falcone (starb später in einer gesprengten Autobahnbrücke) in Sizilien ziemlich dezimiert und die junge Generation hat sich aktiv gegen die Mafia durch verschiedene Zusammenschlüsse wie Addio pizzo (“ich zahle kein Schutzgeld”, dh. bei mir gibts es gute Qualität und keinen Mafiakram) oder Libera Terra (enteignetes Mafialand, das zum Pachten angeboten wird, damit 100 % mafiafrei ist) gestellt. Wie weit die Mafia noch regiert, weiß natürlich keiner, weil ja zur Mafia Rechtsanwälte, Ärzte, Politker, Beamte gehören und inzwischen in anderen Teilen Italiens Kampanien, Kalabrien oder Apulien mittlerweile wesentlich aktiver ist. Im Übrigen gibt es aufgrund modernerer Produktionsverfahren keine einzige Schwefelmine mehr in Sizilien.

Was aber schon auffällt, wie sorglos hier mit Müll umgegangen wird. So findet man oft, nachdem man schöne Strecken passiert hat, plötzlich wieder km-lange Abschnitte voller Müll. Im Straßenverkehr verendete Tiere bleiben liegen, die räumt keiner weg.

Schöner Strand, der aber auch einige Ressourcen in Plastikform bereitstellt.
admin Allgemein

5 Replies

  1. maa so ein wetter anfang oktober is a traum 😍, aber ich muss beanstanden, das besuchte weingut is in dem beitrag definitiv zu kurz gekommen, da hätt ich gern mehr ghört 🤪
    liebe grüße!!

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