Nach Trondheim zieht es uns weiter südlich, es stellt sich die Frage, ob wir entlang der Küste oder doch im Landesinneren der E6 folgen sollen.

Ein Blick auf die Wettervorhersage (Regen im Westen) und ein Telefonat mit Claudia (wohnt mit ihrer Familie in der Nähe von Bergen, eine Bekannte aus früheren Langlauftagen- und Staatsmeisterin in dieser Disziplin) bestärken uns, dass wir der E6 folgen sollen, Richtung Oppdal.
Hier lässt es sich aushalten, am Campingplatz in Oppdal machen wir es uns 3 Tage gemütlich.
Kaum jemand am Platz! Saison so gut wie vorbei.
Der Griller wird angeheizt und es gibt Burger – Mama ist wieder mal die Beste!!!
Oppdal ist ein Schigebiet auf ca. 600 m Seehöhe und man sieht hier überall Ferienhäuser mit gras-/moosbewachsenen Dächern.
Fehlt nur noch der Prefa-Ziegel Stier, dann wird das Dach leergefressen!!!
“Ist ja gut und schön Mama, dass du jetzt mal ausspannen willst, aber wir könnten ja auf diesen Berg da rauf wandern?”
So hat die Geschichte zwar nicht begonnen, aber gegangen sind wir dann dennoch…
Die letzten Meter mussten dann mit Funkgeräten etwas spannender gemacht werden…
Da hinten ist ein Schneefeld, da “müssma” hin!!!
Doch gleich einige Meter weiter, haben wir schon den ersten Schnee auf ca. 1200 hm.
Ich schau noch zum zweiten Schneefeld rüber!
Kommt schnell Mama u. Papa, da steht ein Elch oder Ren auf dem Schneefeld!
Ja ganz bestimmt Kinder, das ist sicher eines der 45.000 Schafen, die es hier nämlich tatsächlich in großer Zahl gibt!
Dann gehen wir eben alleine!
Aber weil sie nicht locker lassen, gehen wir schließlich mit und tatsächlich… hinter dem kleinen Bergrücken steht ein “reindeer”
Noch weißer Kopf, daher sonnt er sich in der Sonne. Er lässt sich auch nicht von unseren Rutschversuchen im Hockeystil aus der Ruhe bringen, kostet ihm nicht mal ein müdes Lächeln “dumme Österreicher nichts als Schifahren im Kopf”, denkt er sich und lässt sogleich demonstrativ eine Ladung Rentierköttel fallen!
Bergab noch ein Fußbad im eiskalten und klaren Bergbacherl
Gleich in der Nähe von Oppdal besuchen wir die “Kvitskriuprestin” – Die Weißen Priester.
Diese stehen ganz still am Hang und werden aus Moränenmaterial (feines Gesteinsmaterial, das ein Gletscher vom Untergrund abhobelte und vor sich herschob) gebildet. Eine seltene Form einer Erdpyramide, die entsteht, wennnicht zu viel Regen fällt und das wenige, was herunter kommt, als kräftiger Schauer nieder geht. Somit wird das Lockermaterial um den Stein herum weggespült. Der Stein wirkt wie ein Hut und es bildet sich unter ihm eine Erdpyramide.
Wir fahren noch weiter, unschlüssig wo wir nächtigen sollen, da springt uns Kvitfjell ins Auge. Wir verbringen von 2.9.-3.9. eine Nacht …
Standplatz in einem Wald nahe dem Schigebiet
Relativ junges Schigebiet, das aber anspruchsvolle Strecken wie Super-G und Abfahrt für den Weltcup bietet.
Ok, Papa, probieren wir es noch einmal, ob man in Norwegen mountainbiken kann!
Können schon, aber den Weg findet man nicht. Norweger sind sehr sparsam im Beschildern ihrer Strecken. Landschaftlich schön ist es ja, aber zum biken braucht man gute Nerven oder viel Gummibärli um die Kinder bei Laune zu halten.
Ein Sommerbaum wird auch noch geschmückt!
Wir folgen dem wasserreichen Gudbrandsdalen-Lågen Richtung Lillehammer.
Wir bleiben dort von 3.9.-4.9., in der ehemaligen Olympiastadt vor 26 Jahren.
Nächtigen direkt an der Schanze, wo man frühmorgens den ersten Springern beim Training zusehen kann.
Lillehammer muß sich nicht verstecken.
Eine nette Einkaufsstraße mit kleinen Geschäften und vielen Lokalen lädt zum Verweilen ein.
Die Olympiade ist noch präsent, 2016 wurde die Jugendolympiade hier ausgetragen, nach Innsbruck 2012.
Blick von der Schischanze in die Stadt.
Gleich über der Schanze befindet sich das bekannte Birkebeiner Stadion. Der “Birkebeiner” ist ein traditioneller Volkslanglauf und sehr populär in Norwegen! Die Birkebeiner waren politische Aufständische, die auf der Flucht im Bürgerkrieg in den Wald flohen. Um sich vor der Kälte zu schützen, haben sie sich die Waden mit Birkenrinde umhüllt – “Birkenbeine”. Als die Birkebeiner um 1200 n. Chr. an der Macht waren haben sie den Königgssohn per Schi gerettet. Nach einer Pause in Lillehammer (erste Erwähnung Lillehammers) an Weihnachten seien die beiden besten Skiläufer Torstein Skjevla und Skjervald Skrukka wegen der überall zu erwartenden Feinde (Bagler) nicht den normalen Weg durch Gudbrandsdalen, sondern bei widrigstem Wetter über die Berge . Noch heute gibt es nationalen Rennen Birkebeinerløpet (Langstreckenlauf rund 20 km), Birkebeinerrennet (Langstrecken-Skilanglauf, rund 50 km) und Birkebeinerrittet (Langstrecken-Querfeldein-Radrennen rund 90 km).
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