“Einmal um die ganze “verden” (Welt) und die Taschen voller “NOK” (Norwegische Kronen)”, der “slager” (Schlager) von Karel Gott an den muss man schon immer wieder denken, wenn man durch “Norge” (Norwegen) reist. Zunächst einmal aber wirkt Norwegisch und was man darüber liest im Vergleich zu Finnisch für uns eher einfach, da es wie Dänisch und Schwedisch der indogermanischen Sprachfamilie zugeordnet wird. Es gibt auch nur zwei Fälle den Nominativ und den Genitiv… also God dag! (Guten Tag) und Hei (Hallo) zu einem weiteren Bericht über skandinavische “forskeller” (Unterschiede) und Trondheim. In einem Geschäft wirst du gedutzt und man kann auch sehr lange “Jeg vil gjerne ha” (Ich hätte gerne) sagen, denn die Geschäfte (wie übrigens auch im Baltikum und Finnland bis 23 Uhr!!!) schließen nicht vor 21 Uhr und vielerorts haben Lebensmittelgschäfte auch am Sonntag offen.

Auch mit dem “bil” (Auto) ist es sehr entspannt zu fahren. Temposünder werden zu Kasse gebeten, daher gibt es kein “Drängeln” auch wenn man stundenlang nur 60 km/h fahren darf.
Es gibt viel “laks” (Lachs) wie hier im Namsen vor Grong, aber den Reichtum bezieht man aus dem “olje” (Erdöl), das man vor der Küste von Stavanger im Südwesten gefunden hat. Diese Einnahmen werden in einem nachhaltigen (keine Kriegsindustrie, Palmöl etc) Fonds (größter Staatsfond der Welt) investiert und würde man diesen Fonds auf alles 5,5 Mio. Norweger aufteilen, würde jeder Einwohner 150.000 Euro Einmalpension bekommen.
Das Sozialssystem dürfte sehr sozialistisch geprägt sein, mit der SV-Nr kann man aus Transparenzgründen jedermanns Gehalt online abrufen. Ebenso wird die Straßen-/Fährenmaut im nachhinhein auch von uns “turister” per Kameraufnahmen als Rechnung kassiert. Die Maut gibt es nur solange, bis der Straßen-/Tunnelabschnitt damit ausfinanziert ist, danach ist er frei zugänglich. Den Norwegern ist ihre Freizeit und Familie wichtig, daher dürfte das Arbeitsleben auch wirklich 40 Stunden und nicht viel mehr ausmachen – wenn man den aktuellen Reiseführern und Wirtschaftsberichten glauben schenken darf…
“Foss” (Wasserfall) bei Mittagspause
Baer (Beeren) haben wir auch wieder gebrockt, diesmal auch Preiselbeeren und Himbeeren.
Beim Telefonat mit REWE, ob sie uns die viele Marmelade auch abnehmen, die wir hier verkochen.
Schöner Standplatz an einem See, für den wir aber 30 km Anfahrt in Kauf sowie einen Ausparkschaden “Faen!” (wird hier nicht übersetzt!) in Kauf nehmen (mußten).
“Hei” als “elg” hast du es bei den vielen “turister” auch nicht leicht. Ich als “lepper lese elg” (Lippen lesender Elch) sehe sofort, “fire gal” (vier Verrückte), die “hyle” (schreien) – ein elg, ein elg, mein erster elg!!!! Tatsächlich auf dem Weg nach Trondheim, da steht er (oder sie???) das Monstrum von Elch (angeblich noch ein Baby) und läßt sich neben der Straße sonnen. Erst als wir retour fahren um zu überprüfen, ob es eh keine Kunststoffattrappe ist, verzieht sich er/sie/es (?) ins Gebüsch!
Vollgepumpt mit “elg”-Adrenalin, erreichen wir Trondheim. Unser Standplatz auf dem Berg bei einem MTB Trail (also für uns übersetzt “unfahrbar”). Wir wechseln daher auf die Straße, die noch immer sehr steil ins Zentrum führt.
“Nyt måltidet” (Guten Appetit), bei der Jause im Zentrum und ca. 8 ° C, also “huschi” (huschi)-kalt.
Hauptplatz mit dem Wikinger Gründungsvater Olav Tryggvason. Trondheim, war lange Zeit kirchliches und weltliches Zentrum von Norwegen mit eigenem Bischofssitz. Es wurde auch viele Jahrhunderte als Wallfahrtsort von vielen Pilgern Europas zu Fuß besucht.
Neben Stavanger und Oslo ist Trondheim die prosperierendste Stadt. Mit fast 20.000 Studenten (hauptsächlich Technische Universität) entwickelt die Stadt das Know How, das für “i morgen” (morgen) gebraucht wird. Wie hier ein Powerhaus, das mehr Energie erzeugt als Bau, Energiebedarf und Abriss verbrauchen.
Solarzellen architektonisch in optimalem Winkel in das Dach integriert und bestmöglich gedämmt und gelüftet produziert es jährlich 500.000 kWh Strom!
Gleich daneben im “havn” findet man energieautarke selbstfahrende Schiffe (Drohnen) – so stellt man sich zukunftsweisende Energieentwicklung vor!
“klatringmaksis” (Klettermaxis)
24 m langer “buss”
Ehemalige Getreidespeicher im “havn”
Viele Kunstgallerien
Überall sieht man Leute, die entweder im nahe liegenden Wald spazieren oder sporteln. Läufer, Radfahrer oder Langläufer, die mit Skiroller die Straßen rauf und runter fahren. Trondheim ist auch die Heimat der Skilanglaufstars Marit Björgen und Johannes Klaebo. Eine faszinierende Stadt, in der es sich schön leben und Baumhäuser bauen läßt!
“Ser deg snart” – Bis bald =)
admin Allgemein

3 Replies

  1. Jetzt, wo ich realisiert habe, welch wunderbare Fotos du machst, ist dir ein Dauerengagement bei Redewettbewerben und Bibliotheksausstellungen sicher! – Uups, ich hoffe, das ist kein Grund, länger die Welt zu bereisen!

    Apropos, wie wär’s mit Edvard Grieg ‘Peer Gynt Suiten’ – ‘Morgenstimmung’ und ‘Halle des Bergkönigs’ – passend zu deinen Bildern – außer zu dem, auf dem du enthusiastisch Marmelade rührst.

    Euch allen noch viele schöne Erlebnisse und Erfahrungen!

    God reise og skremmer ikke elg!

    Liebe Grüße
    Elvy

  2. Ich verfolge diese wunderbaren Bilder und Reiseberichte sehr gerne mit und ich muss sagen, ich bin begeistert.
    Diese gemeinsame Zeit wird euch immer in Erinnerung sein – ich finde es großartig.
    Weiterhin viel Spaß. Freue mich schon auf den nächsten Beitrag.

  3. Wie immer ein feiner Bericht über eure Reise! Bin schon neugierig wie es weitergeht!
    Für die daheimgebliebenen Lehrerinnen beginnt ein neues Schuljahr – wie funktioniert der Lernfortschritt bei den Kids?
    LG Ernst

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