Am Mi. 19.8. machen wir uns auf vom Nordkap Richtung Süden, wo wollen wir nun eigenltich hin? “Äh”, keine Ahnung – nein wirklich nach Ä, das am Ende der Lofoten liegt.

Womit wir nun ein wenig zu kämpfen haben, dass diese Ziele nicht gerade um die Ecke liegen…

…und ein Blick auf die Landkarte verrät, dass wir im irgendwo im Nirgendwo sind – Hilfe wie sind wir hierher gekommen?
Naja, hilft nichts, da müssen wir durch(fahren) und so fahren wir im Grunde traumhafte Fjordlandschaften (es könnte etwas schöner sein, also etwas wärmer zw. 8-12 ° C hat es, dazu bewölkt bis regnerisch) ab. Dh. wir wollen sie gar nicht abfahren, aber die E6, die hier die norwegische “Route 66” ist und vom Norden in den Süden führt, will uns unbedingt die schönsten Stellen auf jeder Fjordseite zeigen. “Eh schön!”, sagen wir auf der einen Seite des Fjords, “wartet ab, wie schön das erst in 100 km wird, da seid ihr dann auf der anderen Seite des Fjords – das wird ein Erlebnis!”, anwortet die E6. “NEIN!” und so sprechen wir mit der E6 die nächsten 7-8 Fjords dahin… eher mühsam, wenn man 50-60 km/h fahren darf.
Wir nächtigen auf einem Campingplatz mit Sauna. Deutliche Ebbe…
Auf den Bergen sehen wir immer wieder Schneefelder. Die Berge wirken ohne Bäume wie Dreitausender, obwohl sie “nur” 1000-2000 m hoch sind.
So jetzt reichts aber, abgewunken zum Rastplatz…
Zufahrt mit 1000 Schlaglöchern und Vegard Ulvangs Merino-Wolle-Lieferanten
Von dort soll es eine aufgelassene Erzmine sowie einen Hängebrücke (130 m hoch) samt dazugehörigem Wasserfall (110 m) geben. “Kinder wir müssen zur Hängebrücke!!!”
“Gerne Papi, jederzeit, wenn du das sagst, dann gemma natürlich!” David hat blaue Lippen von den Heidelbeeren.
Pfuh ist das hoch!
Super stabile Hängebrücke neben tosendem Wasserfall und ich bemerke, dass ich im Gegensatz zu meiner Familie (“so jetzt reichts, wenn noch einmal wer so nah ans Geländer geht, hat Brückenverbot!”) mit der Höhe zu kämpfen hab… aber sie ergibt sich nicht, obwohl ich eh schon fast auf allen Vieren drüber schleiche!
…vor allem wenn man runter schaut und keinen Boden sieht.
Der nächste Stellplatz hatte einen etwas kleineren Wasserfall, aber auch schön und laut =)
Sch.. Wetter bedeutet sch.. – schöne Hausübung – “jetzt lachts einmal, das macht ja Spaß!” Genauso wie die Reparatur des lecken Wasserabflusses im Bad bzw. die Tür, die sich von den Schanieren ohne zu Grüßen verabschiedete sowie unsere zweite Flasche Gas, die auch schon aus dem letzten Loch pfeift, da wir immer etwas dazu heizen müssen! – “es ist halt immer irgendwos”, wußte meine Oma darauf zu sagen, aber mittlerweile funktioniert wieder alles!
Wir erreichen die Lofoten, eine, was heißt eine? – wenn man einen Norweger fragt, DIE Inselgruppe im westlichen Nordnorwegen und beliebtestes Urlaubsziel hierzulande. Schon die Wikinger wußten, dass es hier schön ist und so lebten selbst Wikingerhäuptlinge auf jenen Inseln, die noch immer für ihren Dorsch – aufgespießt und getrocknet auf einen Stock (Stockfisch) – bekannt sind.
Die Lofoten sind speziell für Fotografen interessant, da es viel “Gegend”, Leuchttürme und im Hintergrund meist hoch aufragende Berge bzw. zu unserem Leidwesen am ersten u. zweiten Tag, nicht minder mächtige Wolken zu fotografieren gibt. Die vier im Bild verstellen leider den Ausblick!!!
Dieser Knochen, der aussieht wie ein Stachelrochen könnte auch von einem Wal stammen. Wenn man sich die Westküste Norwegens ansieht, dann leben dort viele Fischer, also Jäger. Sehr ungern sprechen Norweger über das Walfangthema, für sie ist das, wie in Spanien der Stierkampf, mit der Geschichte und Tradition des Landes verbunden…
Die Lofotener angeln inzwischen, aufgrund des Fischrückgangs nach Touristen und so ziehen trotz dem “Du weißt schon was – Viruses” relativ viele Wohnmobil Touristen aus Norwegen und Deutschland über die Inseln, die übrigens toll per Brücke oder Tunnel miteinander verbunden sind.
Apropos Tunnel, der schwedische Nachbar Alfred Nobel hat das Dynamit erfunden und die Norweger verwenden es zum Bau ihrer Tunnel zu den entlegendsten Fjorden. Die Sprengmeister aus Norwegen sind weltweit gefragt. Was von Nobel noch in Oslo blieb (bis 1905 war ja Norwegen mit Schweden in einer Union), ist der Friedensnobelpreis, die anderen fünf Kategorien werden in Stockholm vergeben.
Beeindruckend die unterschiedlichen Plätze, mal felsig…
… mal “karibikähnliches” türkisfarbenes Meer und Sandstrände – bei 10 ° C und Wind will das Karibikfeeling nicht so recht aufkommen =)
Tag 2 es scheint tatsächlich die Sonne, kein Wind. Auf zur Sandgrube – Pumuckl und
Hexe Lili fliegen wieder =)
“Also, wir haben eine Idee Kinder, wir könnten uns ja diesen Strand von oben ansehen?” “Ja das könnt IHR eh!”
War dennoch lohnend
Selbst den Schafen gefällt es hier oben
Weg zu einer Glasbläserei
In wenigen Minuten formt der Glasbläser eine Herzform, in die lokale Quarzsteine der Lofoten eingearbeitet werden. Toll anzusehen, da der Produktionsraum gleich neben den Verkaufsraum ist und uns der Mann jeden Schritt erklärt.
Arctic Surfer Beach, Wellenreiter gibt es hier auch. Ob wohl diese 3 Sekunden Fahrt, den Aufwand und die Kälte wert sind? Scheinbar schon!
Kaffeepause mit Klettern für die Kinder
Stockfischanlagen mit gelben und orangen Mohnblumen
Wir verbringen die die dritte und letzte Nacht in Moskenes im kleinen Hafen, da wir per Fähre am nächsten Morgen Richtung Bodø fahren wollen.
Bei der Abfahrt der Fähre bekommen wir nochmals einen tollen Regenbogen zu sehen.
Schön wars, fand auch Fredi! Auch wenn man bei dem Wetter und rauen Küstenlandschaften, die aber aufgrund des Golfstromes dennoch mild sind und im Winter nicht frieren, sich gut vorstellen kann, warum die Nordländer nicht aus weichem Holz geschnitzt sind. Die Landschaft, das Wetter (vor allem der raue Wind) ist nichts für Weicheier.
admin Allgemein

3 Replies

  1. Traumhaft schöne Fotos…..herrlich, sie bei 28 Grad und Sonne zu genießen 😉.
    Dieser Überfluss an unberührter Natur ist wohl doch der niedrigen Temperatur geschuldet. Wie hat MEINE Oma immer so schön gesagt? ….Kein Vorteil, wo nicht auch ein Nachteil! … Umgekehrt geht der Spruch natürlich auch (ist psychologisch wohl auch etwas besser!)
    Freu mich schon auf euren nächsten Bericht. LG 🌞

  2. Vielen Dank für die schönen Bilder! So ist Norwegen und ich bekomme immer wieder Fernweh … auch wenn ich die Gegend kenne! 🙂
    LG Ernst

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