…solange es ihn noch gibt. So traurig das Thema auch erscheint und uns täglich verfolgt, ob nun natürliche Erderwärmung oder getrieben durch unsere in die Atmosphäre emittierten schwarzen Luftpartikel, die das Sonnenlicht am Reflektieren hindern und somit zur Erderwämung oder zum Gletscherschmelzen beitragen. Auf unserem Weg durch Finnland haben wir gesehen was übrig bleibt, wenn sich Gletscher zurückziehen, nämlich über 188.000 Seen. In Norwegen gibt es angeblich über 2600 Gletscher. Auf unserer Fahrt in den Süden haben wir uns daher auf Höhe des Polarkreises den zweitgrößten – den Svartisen-Gletscher – ausgesucht. Er hat mit 370 km² Ausdehnung über 60 Gletscherzungen, von der wir eine besichtigen wollen…

Wollten, den schon nach Ankunft strahlt uns ein Schild entgegen, dass die Saison aus sei. Ist ja schließlich Ende August, wobei heuer sicherlich eine spezielle Saison ist. Dh. es gibt kein Boot, das uns zum ca. 20 Min. weit entfernten Aufstieg bringt und danach geht es noch 3 km zum Gletscher, der früher einmal bis in den See reichte… Was also tun?

Doch zunächst der Reihe nach, wir verlassen die Lofoten per Fähre am 25.8.20. Für die dreistündige Überfahrt stand Reiseberichtschreiben sowie Spiele und HÜs für die Kinder am Programm, es soll uns ja nicht fad werden. Leider konnte nur unsere Zahnlücke im Bild lachen, Laura u. ich hatten ordentlich mit Übelkeit zu kämpfen und das “Warten auf Bodo” war nicht minder mühsam, wie das ähnlich klingende Buch von Samuel Beckett.
Am Weg überqueren wir auf Breitengrad 66 ° 33 ” wieder den Polarkreis in die andere Richtung und biegen bald darauf in ein Tal ein zum Svartisen-Gletscher.
Ausser Steinmanderl…
… ein Souvenirshop sowie eine Steinstatue. Viel gibt das Arctic Circle nicht her, da ist der Weihnachtsmann in Rovaniemi schon ungleich publikumswirksamer. Nur die Umgebung – eine leere Ödnis mit 6 ° C und 80 km/h Wind – wird dem Namen Polarkreis gerecht.
Wir nächtigen und fahren bzw.
laufen mit dem Kindern bis zum 3 km entfernten See, denn im Reiseführer stand, dass man auch um den See laufen kann.
Doch leider ist wie bereits beschrieben die Booterl-Saison vorbei und vom Weg weit und vor allem nicht breit….
nur ein Pfad entlang des ca. 3 km langen Flusses, der (es hat in der Nacht wie fast immer geregnet) ordentlich aufgeweicht ist. “Kinder wir lassen das Rad hier stehen und wandern weiter!” Jubel!
Schuhe und Hose nass, 2 Mal hat Laura ihren Schuh im Schlamm verloren…
Nach anfänglichem Entdecker- und Dschungelspaß kommt langsam die Frage auf “und den Weg müssen wir dann wieder zurück?”
“Jetzt ist es nicht mehr weit, ich hör schon das Wasser rauschen!”
Das ist aber oft nur einer von 10 kleinen Wasserfällen =), eine Entscheidung muss her! Umdrehen oder nicht? Letzte Karte wird gezogen, wenn sich Eltern unsicher werden und auch um die Sicherheit ihrer Schützlinge fürchten: “ihr dürft heute so lange DVD schauen wie ihr wollt und ein Eis sowie Chips gibt es auch, wenn ihr durchhält!”
Na dann, auf geht’s! Juchu!
Das ist natürlich ein Argument und gegen nasse Schuhe hilft, einfach nicht stehen bleiben und im Gehen essen. Wir erreichen endlich das Basislager bzw. Ende des mühsamen Pfades und auch Sees und nun gehts weitere 3 km bergauf zum Gletscher den roten Markierungen entlang.
Steine platteln – ganz was Neues – geht auch in kleinen “Lacken”!
See von der anderen Seite
Wir ereichen einen zweiten See und folgen dem Weg weiter und irgendwann…
Sehen wir den Svartisen in seiner vollen Pracht!
Einige Meter noch, der Gletscher ragt über den Berg mächtig ins Tal, im Winter kommen jährlich 10-15 m Schnee hinzu. Freilich zu wenig um den Rückgang aufzuhalten.
Der Unternehmer Geir Olsen will aus dem 1000 Jahre alten Gletschereis im Jahr 2018 Eiswürfel für gehobene Cocktail-Bars entnehmen. Er hätte das Eis in einer geschlossenen Kühlkette ausfliegen lassen und damit 50 Arbeitsplätze für die Region schaffen wollen. Die Gemeinde dürfte nach Bedenken der Anrainer nicht zugestimmt haben, da weit und breit nichts von Hubschraubern zu sehen war. Wir sind froh darüber.
Endlich geschafft, Eltern sind stolz, dass die Kleinen so brav durchgehalten haben.
Eis für die Tiefkühltruhe, lang hat es nicht gehalten…
Zurück gehts den langen Weg, die Sonne trocknet den Weg und die Pflanzen und somit wirds auch zu Fuß angenehmer….
Nächtigung am Campingplatz, Kung Fu Panda III lässt allerdings den schönsten Sonnenuntergang verblassen.
Unsere Route 1300 km bis zum Polarkreis
admin Allgemein

2 Replies

  1. Hallo ihr tollen Entdecker mit großem Durchhaltevermögen!! Es ist so unbeschreiblich schön, euch hier begleiten zu können. DANKE für den liebevollen, erheiternden Reisebericht!!
    Viel Spaß bei euren Erkundungen… und Bine, wenn’s kalt ist, denke dich einfach an den Lago 😉
    Alles Liebe, Astrid

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