Bevor wir Levi in Richtung Nordkap verlassen – genau Kinder, aber nur weil ihr unbedingt wollt (dann dürft ihr weiter mit uns mitfahren) – noch einmal auf den Gipfel! Diesmal wird aber mit den eigenen Rädern gefahren bzw. die Kinder werden bergauf (ziemlich steil) geschoben.

Die Temperatur kühlt auf 8 °C ab und der Wind macht es unangenehm frisch.
Geschafft, von nun an gehts…
…eh schon wissen und hier schon weiter Richtung Inari See, dem drittgrößten See von Finnland (doppelt so groß wie der Bodensee). Wir nächtigen wieder Mal sehr kitschig vor Inari und besuchen…
…eine Rentierfarm…
10 Rens sind zum Füttern und streicheln da, der Rest darf sich außerhalb in den Wäldern herum treiben. Die Rentierbauern haben hier fast überall Zäune und sind seßhaft (ziehen also nicht mit den Rentieren herum). Im Winter werden Schlittenfahrten angeboten. Dazu muß der kleine Rudolf vier Jahre sein und 3 Jahre davon ausgebildet werden. Da die Tiere zu wenig Futter finden, müssen sie im Winter gefüttert werden. 15.000 Besucher jährlich zählt dieses Rentierfarm normalerweise. Die Haupteinnahmen werden mittlerweile nicht mehr durch den Fleischverkauf sondern mit dem Tourismus gemacht, der heuer leider “floppt”.
Das neugierige Ren im Hintergrund “he, was los da?”
In Inari besuchen wir das Samen Museum und erfahren mehr über die typische Tierweld von Lappland bzw. vom Goldschürfen am Lemmenjoki. Hier ein Getreidespeicher im Freilichtmuseum.
Kannst du da mal Luft rein pumpen?
Gezeigt werden auch Tierfallen, zB wie die Samen Bären gejagt haben.
Wer eine Wolfsfalle braucht zB. für OÖ, hier kommt der Wolf rein, aber scheinbar nicht mehr raus.
Wir verlassen Inari und fahren weiter nach Westen durch letzte typisch flache Moorlandschaften und erreichen nach 3 1/2 unglaublich schönen Wochen in Finnland über Karigasniemi…
…übrigens sind die Finnen (da sie ja ihre Flagge erst 100 Jahre haben) sehr stolz auf ihre Flagge. Das blaue Kreuz stellt die finnischen Seen und der weiße Hintegrund den Schnee dar.
also wir erreichen, wie gesagt – Norwegen
Ziemlich bald nach der Grenze am 17.8. (an der uns übrigens wieder niemand kontrolliert hat) verändert sich die Landschaft. Sie kommt uns irgendwie schroffer vor und sofort gibt es die ersten Berge… Wir folgen der E6 nördlich und nächtigen am Porsangerfjord… und sind wieder einmal froh, dass wir die Grenze (noch vor den verschärften Quarantänebestimmungen) passiert haben.
Wobei vom Fjord noch nichts zu sehen war, aber dennoch sehr schön…
…wenn auch bitter kalt und windig…
….aber zum Steineplatteln und Gummistiefel befüllen ideal!!!
Was auffällt, dass die Rentiere in Norwegen größere Geweihe zu haben scheinen…

Ohne dem “Du weißt schon was Virus” wären wir wohl nicht nach Finnland gefahren und wenn, dann wären wir nicht über den Norden Richtung Norwegen, sondern hätten wohl schon vorher über Schweden abgekürzt. So hatten wir das Ziel Norden und da wir schon mal da sind, nehmen wir das Nordkap (norweg. Nordkapp) auch gleich mit. Ob es allerdings die ca. 5.000 km Wert sind um das sogenannte “Ende der (europäischen) Welt” zu sehen? Noch dazu, wo es ja weder der nördlichste Punkt vom europäischen Festland (da es ja auf einer Insel liegt) noch von Norwegen ist (das vorgelagerte Spitzbergen liegt ja noch viel nördlicher)!

Was denn, jetzt noch diskutieren? Seis drum! Jetzt sind es noch 500 m! Übrigens geht es hier ordentlich bergauf. Man trifft hier sogar viele Radfahrer und Fußgänger – scheinbar eine eigene Art zum Nordkap “Wallfahrten” und bei dem Wetter auch bei gutem Humor eine sehr heftige Form um Buße zu tun! Um zur Insel zu gelangen mussten wir zuvor durch einen 6 km Tunnel, 200 m unter dem Meer, fahren.
Also, wo ist nun das Nordkap, nur Nebel und Wind hier. Ich seh ja gar nichts!

“Papa, deswegen sind wir hier!? Scherzerl oder?”. Aber für unsere 920 NOK (ca. 90 Euro) Parkplatzgebühr dürfen wir bei dem S..wetter das Giftshop, Museum und Polarnacht-Kino besuchen.

Ebenso werden Bilder vom Drama der Scharnhorst von Dez. 1943 gezeigt. Ein deutsches Kriegsschiff, das einen britischen Konvoi, der Kriegsgeräte Richtung Russland lieferte, abfangen sollte. Letztlich waren die Briten mit dem Kriegsschiff “Duke of York” erfolgreich. Die Briten konnten die Enigma-Codierung bereits entschlüsseln bzw. durch den Einsatz von Radargeräten den Feind auch bei Nachtsicht (im Dezember war es finster) und schwerer See aufspüren. Über 1900 deutsche Soldaten fanden durch den Untergang der Scharnhorst 160 km nördlich des Nordkaps den Tod.

Da so gut wie keine Gäste da sind dürfen wir auch am Parkplatz nächtigen, denn am nächsten Tag…
…scheint die Sonne – hallelujah!!!
Sag ichs doch, das Nordkap ist aber auch schön!!!
Ha, jemals daran gezweifelt???
Jetzt mal schön die Hände hoch und auf norwegisch: en, to, tre
aber am lustigsten noch immer auf finnisch: yksi, kaksi, kolme:

NIEMALS haben wir daran gezweifelt!!!
Traumhafte Kulisse am Nordkap
Die Rückfahrt ohne Regen zeigt wie schön die Landschaft ist.
Weiter gehts in Richtung Lofoten – dh.ab jetzt 750 km in den Süden!
Unsere Route durch Finnland
admin Allgemein

3 Replies

  1. Hallo ihr do oben!
    Die parkgeb hat sich also ausgezahlt!
    Vielen Dank für deine wirklich tollen Berichte und Fotos!
    Wünschen euch noch viel Spaß 👍👃🤙🍀

  2. Sooooo schön! ☀️ Freu mich, dass ihr so ein Glück mit dem Wetter hattet! Viel Spaß beim Weiterreisen und DANKE, dass ihr uns „mitreisen“ lasst ☺️😉

  3. Eine Reise wie sie sein sollte! Bin schon gespannt welche Route ihr Richtung Lofoten nehmt? Auf jeden Fall freue ich mich auf die Fotos – Sommaroy, Senja und die Vesteralen kann ich sehr empfehlen! Es ist aber auch der Landweg wunderschön!
    LG Ernst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.