Auf dem Weg durch Tschechien und Polen bewunderten wir nicht nur die vielen Felder mit Solaranlagen (scheinbar wird hier besser für das Einspeisen des Stroms bezahlt), sondern auch die weitläufigen Mischwälder und besonders die großen Getreidefelder. Als wir allerdings Litauen erreichten, sahen wir nur noch Getreidefelder und dazwischen meldete das Navi zum gefühlten 70igsten Mal: “Folgen Sie der Straße (eine einzige Gerade) für 10 km”. So stellt man sich Kornkammern vor! Wir erreichen das Baltikum, in dem knappe 7 Mio. Einwohner leben und davon 1/4 in den Hauptstätten Vilnius (Litauen), Riga (Lettland) und Tallinn (Estland).
Da wir unsere Reise aufgrund des “Du weißt schon was – Viruses” eher den Outdoor-Aktivitäten verschrieben haben, kommt uns das sehr entgegen. Außerdem ist es schön, wenn man km-weit durch Natur (Felder u. Wälder) reisen kann… und zu so einem Hotspot sind wir unterwegs. Obwohl als Sehenswürdigkeit in Litauen bekannt, dennoch nicht “überlaufen”, die Kurische Nehrung.
Also eine Halbinsel (die nur per Fähre erreicht werden kann) mit Dünenlandschaften und Kiefernwald, die die Ostsee in einen Süßwasserbereich (sogenannte Haff – hier leben tatsächlich Süßwasserfische) und Salzwasserbereich teilt. Insgesamt knappe 100 km lang, wobei nur 44 km befahren werden können, der restliche Teil gehört zum russischen Kaliningrad.

So genug Lehrer gespielt, aber weils so interessant ist…

Das Baltikum ist auch ein Zugvogelparadies, es gibt hier überall Störche…
Eine Nächtigungsplatz muß her, weil hier alles so weit ist. Wir werden fündig bei einem kleinen See. Hier ist das Freistehen sogar mit Schild gekennzeichnet (keine Verbotstafel, sondern ausdrücklich erlaubt). Während wir ob des unerwarteten Glücks noch zögerten, jubilierten die Mitfahrer in der zweiten Reihe schon, wegen des Stegs… ok wir bleiben!
Aaaaaarschbombe!!!!
Nein, Mehlsack!
Körperspannung wie vom Papa!!! haha =)
Nächster Morgen “same procedure again” und dann gings weiter…

Noch 2 Std. nach Klaipeda und mit der Fähre rüber auf die Halbinsel und dort zum einzigen Campingplatz nach Nida. Wir erkunden den Strand in Richtung Ostsee und schnell werden noch von oben folgende Fotos geschossen mit Weitwinkelkamera (wegen Zoomen warads) runter/links/rechts und siehe da…

du Papa, sie sind ja alle nackt…
klick, klick – echt? Was denn, zu spät!
Kamera weg!!! Tatsächlich Nacktbadestrand, sogar unterteilt in reinen Frauen-Bereich und gemischten Bereich (wo wir hin verscheucht werden). Eine Marktlücke wäre sicher noch ein reiner Männerbereich, nur wer “begafft” die dann?
Wellentauchen an der Ostsee, schon eher kühleres Wasser, aber in “geht noch”-Temperatur
“ich zwauch nach einem Pfisch”
Hafen bei Nida
Typische Häuser in bunten Farben, manchmal sieht man typische deutsche Fachwerksbauten. Seit den Kreuzzügen, haben nämlich deutsche Adelige und Händler jahrhundertelang im Baltikum gewohnt und große Teile des Land besessen und regen Handel aufgebaut. So ist zB. Tallinn eine Hansestadt. Dies änderte sich dann in zunehmenden Ausmaß und das Baltikum fiel (entgegen dem Willen der Bevölkerung) an Stalin und später bis 1991 an die UdSSR. Das Baltikum ist somit erst seit kurzem wieder eigenständig, jung und baut seine eigene kulturelle Identität auf.

Schon Thomas Mann (es gibt auch ein Museum) besuchte Nida und blickte auf die berühmte “Sahara der Ostsee”, gemeint ist die Parnidis Düne, die zur zweithöchsten ihrer Art in Europa zählt.

Die Düne entstand als Produkt der rücksichtslosen Rodung, weil im 17 Jhdt. die Kiefernwälder (für Industrie und Kriegszüge) gerodet wurden und die Ostsee Meeressand anwehte und in Folge auftürmte. Erst durch Wiederaufforstung gelang es die “Wandern ist des Müllers Lust” trällernde Düne aufzuhalten, die bis dahin einige Dörfer verputzte. Mittlerweile muss sie sogar geschützt werden, damit sie auch 60m hoch bleibt, denn scheinbar sinkt die Höhe bereits wieder…
so klein und schon eine Düne – wir müssen näher ran
Walkner Hiasi hat auch mal klein angefangen…
Lenkfehler, eh klar Treibsand
brumm brumm
Alle hatten nicht so viel Glück
Zu Fuß gehts weiter. Obwohl nur Sand, so wachsen dennoch Flechten, Gräser, Moose u. Blumen….
endlich beim Meer – links geblickt wo ist die Düne?
ah hier rechts, doch NEIN, leider versperrt ein Zaun das Weitergehen, denn auch Dünen haben ein Recht so vor sich hin zu dünen. Da könnte ja jeder kommen und sich Kopf über runter stürzen, was tatsächlich zu einer Erosion beitragen würde. Das will man verhindern – kein Problem für uns – WIRKLICH NICHT GRRRRRRRRR – auch von der Ferne ist es schön… und ein Schiff der Parkwache überzeugt uns brav hinter dem Zaun zu bleiben.
Na dann müssen wir hier vor dem Zaun Protest-Springen…
Filmausschnitt aus “Pumuckl und Hexe Lilly im Landeanflug”
Du Papa – ist Flughund ein Beruf?
Kung Fu Panda, Teil V
na geh lasst uns rüber – sofort
Schnüff, aber “wer weiß wofürs gut ist“, wußte meine Oma schon immer zu sagen!
(und wir werden es auch diesmal nicht erfahren)
Wie verhext aber auch, so besuchten wir noch den Hexenberg…
…über 100 Holzskulpturen stellen die Sagen- u. Hexenwelt von Litauen dar
und auch berittene Hexen!
und müde Gnome

Alles gut Papa, wir wollen eh weiter mitfahren und nicht hier bleiben, also wo ist nun deine Samurai u. Graumaier Kolonie?

Gute Frage, die sollten hier nisten. Sind angeblich über 3000 Nester von Kormoranen u. 300 Graureiher Nester. Leider wird der Zugang zur Aussichtsplattform gerade restauriert.
“Für irgendwas wirds schon guat sein!”
Abend klingt aus 130 km nördlich im Nationalpark Zemaitija am Plateliai See.
“Du Mama dürfen wir noch ins Wasser?”
“Nein zu windig, kalt, hohe Wellen, ihr werdet krank und überhaupt…
ok, verstanden also nur kurz, werden eh nicht naß – versprochen!
Wie geht nochmal der Seenotruf??? Platsch!!!
Unsere Route durch Litauen, nächster Stopp Lettland
admin Allgemein

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